Erste Schritte

Für GRAFCET-Studio ist ein Standard-Windows-Rechner erforderlich, auf dem eines der folgenden Betriebssysteme installiert ist:

  • Windows 7
  • Windows 8.1
  • Windows 10

Dabei spielt die Edition (Home, Pro …) und die Architektur (32 oder 64 Bit) keine Rolle.

GRAFCET-Studio benötigt das Microsoft .NET Framework Version 4.5.2 und 4.0. Wenn alle Servicepacks von Windows installiert sind, sollte dies auf dem Rechner vorhanden sein.

Für die Aktivierung der Lizenz ist ein Internetzugang notwendig.

Die Installation erfolgt durch Start des Installationsprogramms (Setup). Auf der Festplatte benötigt GRAFCET-Studio ca. 25 MB.

Für Administratoren: Eine Silentinstallation ist möglich, wenn dem Setup-Programm der Parameter /S übergeben wird. Silentinstallation: Nach dem Start des Installationsprogramms wird die Software ohne weitere Abfragen in das Standard-Installationsverzeichnis installiert)

Nach der Installation muss die Software einmalig über das Internet aktiviert werden: Der Lizenzmanager muss gestartet und die Lizenzdaten müssen eingegeben werden.

Die wichtigsten Bildschirmelemente von GRAFCET-Studio:

Element Beschreibung
Toolbar Auf der Toolbar sind die wichtigsten Befehle für den schnellen Zugriff platziert. Alle Menüpunkte können über das links außen angebrachte Icon (Pfeil nach unten) erreicht werden.
Zeichenfläche Auf der Zeichenfläche wird der GRAFCET gezeichnet. Unten rechts wird eine Miniaturansicht dargestellt, in der auch navigiert werden kann.
Übersicht Hier wird eine Miniaturansicht des GRFACET angezeigt. Bei umfangreicheren Projekten behalten Sie so den Überblick.
Zoom Über den Schieberegler können Sie die Zeichenfläche vergrößern und verkleinern. Den Schieberegler können Sie verbergen, wenn Sie die Schaltfläche „Vergrößern ein/aus“ betätigen (siehe Toolbar).
GRAFCET-Seiten Hier können GRAFCET-Seiten hinzugefügt und gelöscht werden. Die im Buch mitgelieferte Starter-Edition unterstützt nur eine GRAFCET-Seite. Diese Einschränkung ist für das Buch irrelevant. Alle Beispiele und Aufgaben finden auf einer GRAFCET Seite Platz.
IO-Panel Im IO-Panel werden Eingänge und Ausgänge aus der Symboliktabelle dargestellt. Digitale Eingänge können mit der Maus manipuliert werden. Bei analogen Eingängen kann man einen Dezimalwert über ein Eingabefeld vorgeben. Digitale und analoge Ausgänge können hier beobachtet werden.
GRAFCET-Elemente Auf der linken Seite sind die GRAFCET-Elemente untergebracht. Von hier aus können Elemente zur Zeichnung hinzugefügt werden. Tipp: Meist ist es schneller, vorhandene Elemente auf der Zeichnung zu duplizieren (Copy & Paste).
Symboliktabelle In der Symboliktabelle kann man,den Ein- und Ausgängen sinnvolle Namen geben. Von dieser Möglichkeit sollte man ausgiebig Gebrauch machen, um einen möglichst aussagekräftigen GRAFCET zu erstellen. In der Zeichnung können nur Symbole (keine Adressen) eingegeben werden.
Lizenzmanager Über diese Schaltfläche wird der Lizenzmanager aufgerufen. Damit wird die Software auf dem PC aktiviert oder deaktiviert.

In diesem Abschnitt lesen Sie, wie man einen GRAFCET erstellt und diesen mit dem I/O-Panel simuliert.

Nach dem Start von GRAFCET-Studio wird das zuletzt bearbeitete Projekt geöffnet.

Erzeugen Sie mit der Schaltfläche "Neu" ein neues Projekt:

Nachdem ein neues Projekt erzeugt wurde, finden Sie bereits den Initialschritt "1" auf der Zeichenfläche.

Markieren Sie nun diesen Schritt an der unteren Kante und drücken Sie 4x die Schaltfläche "Schritt+Transition":

Löschen Sie den letzten Schritt, indem Sie ihn im Zentrum anklicken und anschließend die Entfernen-Taste drücken:

Erzeugen Sie nun den Rücksprung: Klicken Sie die letzte Transition im unteren Drittel an, halten Sie die Maustaste gedrückt und bewegen Sie die Maus zum Initialschritt "1". Lassen Sie die Maus los, wenn sich diese an der oberen Kante des Schrittes befindet.

Jetzt wird der Rücksprung gezeichnet:

Hinweis: Den Abstand zwischen der vertikalen Linie des Rücksprungs und den Schritten können Sie mit der Maus beeinflussen. Je weiter links Sie mit der Maus ziehen, desto größer wird dieser Abstand. Den Rücksprung können Sie auch rechts-orientiert zeichnen. Dies wird aber nicht empfohlen, da in der Regel an dieser Stelle Platz für die Aktionen benötigt wird.

Damit Ausgänge beschrieben werden, platzieren wir jetzt noch sog. Aktionen:

Markieren Sie den Schritt "1" im Zentrum und klicken Sie anschließend auf folgende Aktion:

Das Gleiche machen Sie jetzt mit den anderen Schritten "2" bis "4". Danach hat der GRAFCET dieses Aussehen:

Der GRAFCET ist damit fertiggestellt.

Hinweise:

  • Die Schrittnummer können Sie ändern, wenn Sie den Schritt im Zentrum markieren und anschließend die Return-Taste oder F2 drücken
  • Das Symbol in der Aktion können Sie ändern, wenn Sie die Aktion markieren und anschließend die Return-Taste oder F2 betätigen. Dabei ist zu beachten, dass Sie nur Symbole eingeben, die in der Symboliktabelle vorhanden sind. Ansonsten kann der GRAFCET nicht simuliert werden.
  • Die Namen der Symbole können in der Symboliktabelle geändert werden. Ein Symbol darf maximal 24 Zeichen lang sein. Beginnen muss das Symbol mit einem Buchstaben. Erlaubte Zeichen sind: Zahlen, Buchstaben, Unterstrich (_)

Jetzt soll der GRAFCET simuliert werden. Drücken Sie diese Schaltfläche, um die Simulation zu starten:

Damit simuliert werden kann, sollte der "Simulator" aktiv sein. Siehe rechtes Bild. Ist dies nicht der Fall, können Sie den Simulator im Fenster "GRAFCET-Engine" einstellen.

Der GRAFCET im Beobachten-Modus: Aktive Schritte werden rot mit einem drehenden Zahnrad dargestellt. Erfüllte Transitionen werden ebenfalls rot dargestellt.

Rechts neben dem GRAFCET ist das I/O-Panel zu sehen. Hier werden alle Ein- und Ausgänge aus der Symbolikdatei dargestellt. Über Schalter (siehe I/O-Panel unten) können einzelne Bereiche (DI, DO, AI, AO) sichtbar und unsichtbar gemacht werden. Unter der GRAFCET Zeichenfläche ist die Symboliktabelle sichtbar. Im Beobachten-Modus werden aktive Schritte, freigegebene Transitionen und BOOL-Symbole rot dargestellt (die Farbe ist einstellbar unter Mehr...->Einstellungen). Der aktuelle Wert von Analog-Symbole, werden über ein Tool-Tip angezeigt, der erscheint, wenn der Mauszeiger über dem Symbol verweilt wird.

Über die Escape-Taste wird der Beobachten-Modus wieder verlassen.

  • Wenn im GRAFCET ein Fehler vorhanden ist, wird ein rotes Ausrufezeichen direkt an der Fehlerstelle angezeigt. Die Fehlerursache wird eingeblendet, wenn Sie mit dem Mauszeiger über dem Ausrufezeichen schweben.
  • Liegt ein GRAFCET-Element (z.B. eine Transition) auf der Zeichenfläche, das nicht verbunden ist, erscheint als Warnung ein farbiges Ausrufezeichen.
  • Den kompletten GRAFCET oder einzelne Teile davon, können Sie in einer hochauflösenden Bilddatei speichern: Drücken Sie STRG und A gleichzeitig, um alle GRAFCET-Elemente zu markieren. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine leere Stelle in der Zeichenfläche und wählen Sie den Menüpunkt Selektierte Objekte in Bilddatei speichern.
  • Im Editiermodus können Sie mit den Pfeiltasten die einzelnen GRAFCET-Objekte markieren und anschließend mit der Return-Taste editieren.
  • Über das Kontextmenü einer Transition können Sie die Ausrichtung (vertikal oder horizontal) einstellen
  • Eine aufsteigende Flanke z.B. ↑I1 geben Sie im Editorfeld so ein: STRG und gleichzeitig drücken.
  • Eine Negierung geben Sie durch das Ausrufezeichen ein: !E1. Dargestellt wird dies durch einen horizontales Strich.

  • Ändern Sie in der Symboliktabelle z.B. "I0", "I1", "I2" in "S0", "S1", "S2". Die Symbole werden dann automatisch im GRAFCET-Plan aktualisiert, falls diese verwendet werden.
  • Ändern Sie die Bedingung der 1. Transition: Ersetzen Sie "1s/X1" durch "S0". Wenn Sie anschließend die Simulation starten, müssen Sie den Eingang "S0" im I/O-Panel auf "1" schalten, damit Schritt "2" aktiviert wird. Dazu klicken Sie im I/O-Panel auf "S0". Klicken Sie erneut auf "S0", um den Eingang wieder zurückzusetzen.
  • Fügen Sie bei Schritt "2" eine weitere Aktion hinzu: Schritt "2" mittig markieren und die Schaltfläche einer Aktion anklicken. Die 2. Aktion wird dann rechts neben der Vorhandenen eingefügt.
  • Löschen Sie wieder eine Aktion: Aktion mit der Maus anklicken, s.d. diese markiert ist, und die Taste Entfernen drücken.
  • Probieren Sie die Autovervollständigung aus. Editieren Sie eine Transitionsbedingung: Geben Sie ein "I" und drücken Sie STRG und die Leertaste gleichzeitig. Es öffnet sich ein kleines Fenster mit allen Symbolen, die mit "I" beginnen. Wählen Sie ein Symbol mit den Cursortasten aus und drücken Sie die Return-Taste. Die Autovervollständigung macht richtig Sinn, wenn die Symbolnamen länger sind.

Im nachfolgenden Bild wurde zuerst in der Symboliktabelle "I0" durch "S0" ersetzt. Anschließend wurde in der 1. Transition die Bedingung "S0" eingetragen. Der Eingang "S0" wurde bereits mit der Maus im I/O-Panel auf "1" geschaltet:

Im obigen Beispiel wurden die GRAFCET-Elemente gezeichnet, indem zuerst die Einfügeposition markiert und anschließend auf das GRAFCET-Symbol geklickt wurde. Sie können aber auch direkt auf ein GRAFCET-Element klicken, die Maustaste gedrückt halten und den Mauszeiger in die Zeichenfläche ziehen:

Kommentare können Sie über das Kommentar-Icon im Panel "Grafcet Elemente" einfügen. Sie können die üblichen Anführungszeichen einfügen- oder auch nicht.

Kommentarfelder können über das Kontextmenü unterschiedlich gestaltet werden:

  • Schriftgröße (klein, normal, groß)
  • Hintergrundsfarbe

Kommentarfelder haben auch eine nützliche Sonderfunktion:

Wenn Sie in einem Kommentarfeld ein Symbol in geschweifter Klammer schreiben, dann wird im Beobachten-Modus dieser Ausdruck durch den aktuellen Wert ersetzt. Schreiben Sie also "Wert von S1={S1}" dann wird der Kommentar im Beobachten-Modus so dargestellt: "Wert von S1=1"

Siehe Bild (links Editiermodus, rechts Beobachtungsmodus):

  • Lernen Sie im Abschnitt 'GRAFCET zeichnen' ausführlich, wie man den GRAFCET zeichnet
  • Simulieren Sie den GRAFCET mit dem I/O-Panel oder mit virtuellen Maschinen/Anlagen
  • Übertragen Sie den GRAFCET in ein Gerät

Über die Schaltfläche Mehr... können Sie über Theme das gewünschte Theme (UI-Farben) einstellen: