Device WinSPS-S7 V6

Im folgenden Beispiel wird eine Anlage erstellt und zum Test eines SPS-Programms in WinSPS-S7 V6 verwendet. Das SPS-Programm wird dabei von der in WinSPS-S7 V6 integrierten S7-300-SoftSPS bearbeitet. Es ist also keine reale S7-300 notwendig. PLC-Lab verbindet sich dabei direkt mit dem Simulator von WinSPS-S7.

PLC-Lab wird gestartet und ein neues Anlagenprojekt erzeugt:

Kurze Zeit nach dem Betätigen der Schaltfläche "Neu" ist das Programmfenster von PLC-Lab mit der Zeichenfläche zu sehen.

Für das Beispiel werden drei Operanden benötigt, welche zunächst in der Symboltabelle anzulegen sind. Die Operanden sollen dem Device mit der Bezeichnung "Sim" zugehörig sein. Dieses Device wird verwendet, wenn PLC-Lab mit WinSPS-S7 V6 oder Grafcet-Studio zusammenarbeiten soll:

Damit werden alle der Symboltabelle hinzugefügten Operanden diesem Device zugeordnet. Der erste Operand wird durch Betätigung der Plus-Schaltfläche der Symboltabelle hinzugefügt.

Das Symbol des Operanden soll in "TasterStEin" abgeändert werden. Dazu wird die Zelle des Symbols angeklickt

und die gewünschte Bezeichnung eingegeben.

Über die TAB-Taste springt man zur nächsten Spalte der Symboltabelle. Hier kann nun der Operand angegeben werden.

Als Operand ist der E0.0 zu verwenden, dieser ist auch schon angegeben, allerdings in der englischen Syntax, also in I0.0. Der Operand könnte belassen werden. Möchte man die deutsche Syntax verwenden, dann muss das "I" durch "E" ersetzt werden. Nachfolgend ist dies zu sehen.

Durch diese Änderung wird beim Hinzufügen des nächsten Operanden hinter E0.0 die deutsche Syntax verwendet. Zum Einfügen des nächsten Operanden wird wieder die mit dem Plus-Zeichen versehene Schaltfläche betätigt.

Als Folge ist in der Symboltabelle hinter dem momentan selektierten Operanden ein weiterer Operand vorhanden. Dessen Adresse ist so weit erhöht, dass keine Adressüberschneidung zustande kommt. Dies bedeutet bei einem Bit-Operanden, dass die Bit-Adresse um eins erhöht ist.

Auch bei diesem Operanden soll das Standardsymbol durch ein anderes Symbol ersetzt werden, dabei ist das Symbol "TasterStAus" anzugeben.

Der Operand selbst ist korrekt, es handelt sich um den Eingang E0.1 und auch die Syntax kann belassen werden.

Zuletzt wird der Ausgang A0.0 benötigt, an dem eine Lampe angeschlossen ist, welche leuchtet, sobald die Steuerung eingeschaltet ist. Somit wird die zweite Zeile der Symboltabelle selektiert (sofern diese nicht schon ausgewählt ist) und wiederum die Plus-Schaltfläche betätigt. Anschließend wird als Symbol die Bezeichnung "LampeStEin" angegeben.Nachfolgend sind diese Schritte zu sehen:

Damit sind alle benötigten Operanden in der Symboltabelle angelegt. Im nächsten Schritt sollen nun die benötigten Objekte für die Anlage auf der Zeichenfläche von PLC-Lab angelegt werden. Im Beispiel werden zwei Taster und eine Lampe benötigt. Begonnen wird mit dem "Steuerung Ein"-Taster. Innerhalb der Tools wird die Objekt-Art "Schalter ohne Leuchteinsatz" ausgewählt:

Danach bewegt man die Maus an die Stelle innerhalb der Zeichenfläche, an welcher der Schalter zu platzieren ist. Der Mauszeiger hat dabei die Form eines Kreuzes angenommen. Bei Betätigung der linken Maustaste kann das Schalter-Objekt auf der Zeichenfläche aufgezogen werden. Lässt man die Mautaste los, dann ist der Vorgang abgeschlossen.

Tipp: Wenn beim Aufziehen eines Objektes die Umschalttaste betätigt wird, dann wird die Höhe und Breite des zu platzierenden Objektes gleichförmig verändert.

In der nachfolgende Darstellung sind die Schritte beim Platzieren des Schalter-Objektes zu sehen, dabei wurde beim Aufziehen des Objektes die Umschalttaste betätigt:

Nachdem der Schalter platziert wurde, sind dessen Eigenschaften innerhalb der Tabelle mit den Eigenschaften der Objekte zu sehen. Im Beispiel soll zunächst der Operand angegeben werden, mit dem das Schalter-Objekt verbunden ist. Dieser wird also beim Betätigen des Schalters beeinflusst. Für die Angabe des Operanden stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Erste Variante "Autovervollständigung": Bei der ersten Variante wird in der Zelle für den Operanden zunächst der Device-Name gefolgt von einem Punkt angegeben, im Beispiel also "PLCSim300.". Anschließend wird die Tastenkombination [STRG] + [Leerzeichen] betätigt. Als Folge werden alle Symbole dieses Devices in einer Liste angezeigt. Man wählt das gewünschte Symbol aus und dieses wird dann als Operand eingetragen. Nachfolgend sind diese Schritte zu sehen:

Zweite Variante "Drag-and-Drop": Bei der zweiten Variante wird die Zeile des Operanden in der Symboltabelle selektiert und dann per Drag-and-Drop auf der Beschreibung der Operanden-Eigenschaft fallen gelassen.

Wurde eine der beiden Varianten ausgeführt, dann ist der Schalter mit dem Symbol "TasterStEin" und somit dem E0.0 verbunden. Jetzt muss das Schalter-Objekt noch als Taster definiert werden. Des Weiteren soll als Text "St. Ein" mit einer Schriftgrösse "12" im Schalter-Objekt erscheinen. Nachfolgend sind die dazu notwendigen Eigenschaften dargestellt:

Nun zum zweiten benötigten Schalter. Dieser soll aus einer Kopie des ersten Schalter entstehen. Dazu wird der erste Schalter selektiert und anschließend die Tasten [STRG] + [D] betätigt. Als Folge wird eine Kopie des selektierten Schalters neben dem Quell-Objekt platziert.

Damit die Eigenschaften des neuen Schalters in der Tabelle erscheinen, wird auf eine freie Stelle im Zeichenfenster geklickt und danach der neue Schalter mit der Maus selektiert. Nun sind dessen Eigenschaften zu sehen und können verändert werden. Im ersten Schritt ist der Operand des Schalters anzupassen. Da dieser der Taster "Steuerung Aus" sein soll. In der Eigenschaft für den Operanden werden die Zeichen hinter dem Device-Namen "PLCSIM." beseitigt und die Tasten [STRG] + [Leerzeichen] betätigt:

Aus der Liste kann nun das Symbol "TasterStAus" selektiert und eingefügt werden.

Damit ist der "Steuerung Aus"-Taster mit dem korrekten Operanden verbunden. Der Taster ist als Öffner auszulegen, d.h. bei Betätigung liefert dieser den Status '0' an den Operanden und im Ruhezustand den Status '1'. Weiterhin soll der Text im Schalter-Objekt "St. Aus" lauten. Nachfolgend sind diese Änderungen zu sehen.

Zuletzt wird ein Lampen-Objekt benötigt um den Zustand "Steuerung Ein" zu signalisieren. Dazu wird in der Auswahl der Objekte innerhalb der Rubrik "Lampen->Leuchtmelder" ein grüner Leuchtmelder ausgewählt.

Danach kann die Lampe auf der Zeichenfläche aufgezogen werden.

Im nächsten Schritt wird dann der Operand mit dem Symbol "LampeStEin" dem Objekt zugewiesen.

Die Beschriftung der Lampe kann entfernt werden.

Somit wird im Objekt kein Text mehr angezeigt.

Nach diesen Aktionen hat die Zeichenfläche folgendes Aussehen:

Für das Beispiel sind alle Objekte vorhanden. Bei Bedarf kann die Anordnung über [STRG] + [S] gespeichert werden.

Im Beispiel soll die Anordnung in PLC-Lab dazu verwendet werden, die Funktionsweise eines SPS-Programms in WinSPS-S7 V6 zu testen.

WinSPS-S7 V6 und PLC-Lab arbeiten direkt zusammen. Sobald WinSPS-S7 V6 auf das Ziel "Simulator" eingestellt ist, sind die beiden Programme verbunden, sofern in PLC-Lab die Operanden des Devices mit der Bezeichnung "Sim" verwendet werden.

Nach dem Start von WinSPS-S7 wird eine Projektmappe geöffnet oder erzeugt. Die Oberfläche hat danach folgendes Aussehen:

In der Symboltabelle sollen die für das Programm notwendigen Symbole angelegt werden. Diese belegen dabei die Eingangsadressen E0.0 und E0.1, sowie die Ausgangsadresse A0.0. Diese wurden ja in der virtuellen Anlage von PLC-Lab verwendet. Nachfolgend ist die ausgefüllte Symboltabelle in WinSPS-S7 zu sehen:

Das SPS-Programm ist im OB1 zu schreiben. Es wird der Editor für den OB1 geöffnet. Dies erreicht man z.B. über einen Doppelklick auf den OB1 innerhalb der Tabelle des Projektinhalts.

Im geöffneten Editor für den OB1 wird das Netzwerk 1 in die Darstellungsart "FUP" umgeschaltet.

Das SPS-Programm besteht aus einem SR-Speicher, dessen Setz-Eingang mit dem E0.0 (Symbol "TasterStEin") belegt ist. Der Rücksetzeingang ist mit dem E0.1 (Symbol "TasterStAus") belegt und der SR-Speicher mit dem A0.0 (Symbol "LampeStEin") verknüpft. Zu beachten ist die Negation am R-Eingang, da der Taster "Steuerung Aus" als Öffner ausgelegt ist und somit im Ruhezustand den Status '1' liefert.

Damit ist das SPS-Programm komplett, der OB1 kann über [STRG] + [S] gespeichert werden.

Damit WinSPS-S7 mit der internen S7-300-SoftSPS zusammenarbeitet, muss als Ziel "Simulator" eingestellt werden. Diese Einstellung wird mit der nachfolgend zu sehenden Auswahlliste vorgenommen:

Nach der getätigten Einstellung hat diese folgendes Aussehen:

Der erstellte OB1 ist im nächsten Schritt in die Simulations-SPS zu übertragen. Dazu wird einfach der Button "Synchronisieren" betätigt.

Danach wird die SPS über den CPU-Control Center in Run geschaltet:

Damit wird das SPS-Programm in der SoftSPS bearbeitet und der Test mit Hilfe von PLC-Lab kann beginnen. Dazu wechselt man zu PLC-Lab.

Nach dem Wechsel zu PLC-Lab kann in den Run-Modus geschaltet werden.

Sofort wird angezeigt, dass PLC-Lab mit WinSPS-S7 verbunden ist.

Im nächsten Schritt wechselt man wieder zu WinSPS-S7, um dort das Beobachten für den OB1 einzuschalten. Folgende Schaltfläche ist dafür im oberen Teil des Editors für den OB1 zu betätigen.

Anschließend kann der Test des SPS-Programms mit Hilfe der virtuellen Anlage von PLC-Lab beginnen.

Im Beispiel wurde gezeigt, wie in PLC-Lab eine virtuelle Anlage zum Test eines SPS-Programms in WinSPS-S7 V6 erstellt werden kann. Die Zusammenarbeit zwischen WinSPS-S7 V6 und PLC-Lab ist sehr einfach herzustellen. In PLC-Lab sind die Operanden des Devices mit der Bezeichnung "Sim" zu verwenden und in WinSPS-S7 V6 ist als Ziel "Simulator" einzustellen.