Einleitung

PLC-Lab ist eine Prozess-Simulation in 2D. Mit PLC-Lab können virtuelle Testumgebungen bzw. Anlagen erstellt und dann für den Test von SPS-Programmen oder GRAFCETs verwendet werden. Die Objekte in PLC-Lab bieten umfangreiche Gestaltungs- und Einstellungsmöglichkeiten, dadurch ist die Vielfalt der mit PLC-Lab realisierbaren Anlagentypen sehr hoch:

Den Objekten können physikalische Eigenschaften zugewiesen werden, welche dann bei der Simulation das Verhalten der Objekte beeinflussen. So können Objekte z.B. schwerkraftabhängig und magnetisch sein. Des Weiteren sind Parameter wie z.B. Dichte, Oberflächenreibung und Elastizität einstellbar. Für die realistische Simulation der Objekte sorgt eine integrierte Physikengine.

Die Bedienoberfläche und die Zeichenfläche von PLC-Lab sind komplett vektororientiert. Dies bedeutet, die Objekte in PLC-Lab können beliebig vergrössert oder verkleinert werden, ohne dass ein Qualitätsverlust auftritt. Die Bedienoberfläche wird auch mit hochauflösenden Monitoren (z.B. 4k) gestochen scharf dargestellt.

Der Aufbau einer Anlage bzw. Testumgebung gestaltet sich sehr einfach. Die Bedienung von PLC-Lab orientiert sich dabei an Programmen wie PowerPoint von Microsoft.

PLC-Lab kann sowohl in der Industrie als auch in der Ausbildung zum Einsatz kommen.

In der Industrie ermöglicht PLC-Lab die gefahrlose und komfortable Simulation von gesamten Anlagen oder einzelnen Anlagenteilen. Somit kann ein SPS-Programm oder ein GRAFCET getestet werden, ohne dass Hardware zu Schaden kommen kann. Auch kann ein Test bereits dann stattfinden, wenn die Hardware noch gar nicht zur Verfügung steht. Eine solche Vorabinbetriebnahme spart somit Zeit und Geld. Ein Test mit PLC-Lab kann sehr viel umfangreicher ausgeführt werden, da das Anlagenverhalten nicht "von Hand" herbeigeführt werden muss. Dinge wie z.B. das Sensorverhalten (Schließer/Öffner) werden einmalig eingestellt und müssen danach nicht mehr beachtet werden. Der Programmierer kann sich ganz auf den Test seines Programms konzentrieren. Auch "Randbereiche" einer Anlage, die in der Realität nur schwer herbeizuführen sind, können in PLC-Lab herbeigeführt und so das Programmverhalten an diesen "Extremstellen" überprüft werden.

Im Ausbildungsbereich bietet PLC-Lab die Möglichkeit, jedem Schüler/Studenten eine eigene Anlage für den Programmtest zur Verfügung zu stellen. Somit kann jeder Schüler/Student gefahrlos Inbetriebnahmesituationen üben. Es kann keine Hardware beschädigt werden. Die Dozenten sind in der Lage eine große Auswahl an Anlagenbeispielen zu kreieren, ohne dass hierbei zusätzliche Kosten entstehen. Die Anlagen von beruflichen Abschlussprüfungen können ebenfalls nachgebildet und jedem Auszubildenden zur Prüfungsvorbereitung zur Verfügung gestellt werden.

Wurde eine Anlage in PLC-Lab für einen bestimmten Steuerungstyp erstellt, so kann diese ohne großen Aufwand, auf einen anderen Steuerungstyp umverdrahten werden. Sofern die Operanden im neuen Steuerungssystem ebenfalls vorhanden sind. Für den industriellen Einsatz bedeutet dies, dass beim Wechsel der Steuerungsfamilie die bisher verwendete virtuelle Anlage von PLC-Lab ohne Probleme weiter genutzt werden kann. Im Ausbildungseinsatz kann der Dozent die virtuelle Anlage von PLC-Lab je nach Unterrichtsart für verschiedene Steuerungsfamilien nutzen.

PLC-Lab unterstützt folgende SPS- bzw. Programmiersysteme:

  • PLCSIM der S7-1500 innerhalb des TIA-Portals von Siemens (ab V13).
  • PLCSIM der S7-1200 innerhalb des TIA-Portals von Siemens (ab V13).
  • PLCSIM der S7-300/400 innerhalb des TIA-Portals von Siemens (ab V13).
  • PLCSIM der S7-300/400 innerhalb des Simatic-Managers (ab V5.5).
  • GRAFCET-Studio
  • WinSPS-S7 V6
  • Anschluss an eine reale S7-1500 über Ethernet an die Profinet-Schnittstelle der CPU.
  • Anschluss an eine reale S7-1200 über Ethernet an die Profinet-Schnittstelle der CPU.
  • Anschluss an eine reale S7-300/400 über Ethernet, Simatic-Net oder NetLink Pro.
  • Anschluss an eine reale LOGO! von Siemens über Ethernet (0BA7, 0BA8, LOGO!8)

MHJ-Edition

Unterstützte Simulations-Devices:

  • GRAFCET-Studio (Bezeichnung "Sim")
  • WinSPS-S7 V6 (Bezeichnung "Sim")

Unterstützte reale Devices:

  • Keine

Micro-Edition

Unterstützte Simulations-Devices:

  • GRAFCET-Studio (Bezeichnung "Sim")
  • WinSPS-S7 V6 (Bezeichnung "Sim")

Unterstützte reale Devices:

  • S7-1200 über Ethernet an die Profinet-Schnittstelle der CPU.
  • LOGO! von Siemens über Ethernet (0BA7, 0BA8, LOGO!8)

Pro-Edition

Unterstützte Simulations-Devices:

  • PLCSIM der S7-1200 im TIA-Portal ab V13 (Bezeichnung "PLCSim")
  • PLCSIM der S7-1500 im TIA-Portal ab V13 (Bezeichnung "PLCSim")
  • PLCSIM der S7-300/400 im TIA-Portal ab V13 (Bezeichnung "PLCSim300")
  • PLCSIM der S7-300/400 im Simatic-Manager ab V5.5 (Bezeichnung "PLCSim300")
  • GRAFCET-Studio (Bezeichnung "Sim")
  • WinSPS-S7 V6 (Bezeichnung "Sim")

Unterstützte reale Devices:

  • S7-1500 über Ethernet an die Profinet-Schnittstelle der CPU.
  • S7-1200 über Ethernet an die Profinet-Schnittstelle der CPU.
  • S7-300 und kompatible über Ethernet/Profinet-Schnittstelle der CPU, NetLink PRO, NetLink Compact und Simatic NET
  • S7-400 und kompatible über Ethernet/Profinet-Schnittstelle der CPU, NetLink PRO, NetLink Compact und Simatic NET
  • LOGO! von Siemens über Ethernet (0BA7, 0BA8, LOGO!8)

Hinweis: Es gibt auch eine Runtime Version von PLC-Lab, die im Buch Step7-Workbook für S7-1200/1500 und TIA PORTAL enthalten ist. Mit dieser Runtime-Version können nur die Anlagen/Maschinen aus dem Buch geladen werden. Die Erstellung von Anlagen ist nicht möglich. Diese Dokumentation beschreibt nur die allgemeine "PLC-Lab"-Software; nicht die Runtime-Version.