Nach der Installation

Bitte lesen Sie den nachfolgenden Text- das Zeichnen von Anlagen wird Ihnen dann leichter von der Hand gehen.

PLC-Lab ist mit einer 2D Physikengine ausgestattet. Der Anwender muss für die Bewegung der Objekte keine Skripte schreiben, sondern die Dynamik wird von der Physikengine berechnet. Der Aufbau einer Anlage in PLC-Lab funktioniert so, dass man ein Bauelement (Lampe, Schalter, Rechteck, Kreis, …) auf der Zeichenfläche platziert und anschließend in einem Eigenschaftsfenster konfiguriert.

Die einfachsten Objekte in PLC-Lab sind Schalter und Lampen. Hier muss in der Regel nur 1 Operand bzw. ein Symbol angegeben werden: Ein Eingang bei einem Schalter oder ein Ausgang für eine Lampe.

Empfehlung: Legen Sie zuerst alle Operanden, die in der Anlage verwendet werden sollen, in der Symboliktabelle an. Dies hat den Vorteil, dass z.B. Adressänderungen einfach in der Symboliktabelle vorgenommen werden können. Die Verwendungsstellen in der Anlage werden dadurch automatisch angepasst. Da die Symbole per Drag-and-Drop in die Objekte eigetragen werden können, sparen Sie zusätzlich noch Schreibarbeit.

Bei dynamischen Objekten ist normalerweise die Eigenschaft „Schwerkraft“ eingeschaltet. Dies bedeutet, dass das Objekt nach unten fällt, wenn es nicht von einem anderen Objekt aufgehalten wird. In den meisten Fällen ist die Schwerkraft bei dynamischen Objekten gewünscht. Wenn die Schwerkraft abgeschaltet ist, dann schwebt das Objekt auf der Zeichenfläche. Wenn man eine Anlage aus der Vogelperspektive zeichnet, könnte dies sinnvoll sein.

In PLC-Lab ist ein Objekt entweder ein Physikobjekt oder ein Dekorationsobjekt. Letzteres wird von der Physikengine nicht beachtet. Die Eigenschaft „Ist Physikobjekt“ ist hier ausgeschaltet. Die Physikobjekte unterscheiden sich in:

  • Statisch: Feststehendes Objekt (z.B. Mauer, Begrenzungsobjekt)
  • Dynamisch (bewegliches Objekt, das auf Kollisionen reagiert)

Diese Einstellung findet man im Fenster „Eigenschaften Objekt“ innerhalb der Rubrik „Physik-Einstellungen“. In dieser Rubrik finden sich z.B. auch die Eigenschaften für die Oberflächenreibung, die Elastizität und die Dichte eines Objekts.

Wenn Objekte von A nach B transportiert werden sollen, dann ist in den meisten Fällen das Förderelement die richtige Wahl. Dieses Element muss man sich als ein- und ausschaltbaren Luftstrom vorstellen, dass auf Objekte eine Kraft ausübt und somit in Bewegung versetzt. Das Förderelement wird durch ein Rechteck dargestellt und kann beliebig gedreht werden. So kann man die Kraft über einen beliebigen Winkel ausüben. Sobald das Förderelement ein dynamisches Objekt berührt (auch nur teilweise) dann wird eine Kraft ausgeübt.

Wenn ein Objekt verschoben oder gedreht werden soll, dann kommen Verbindungselemente bzw. Gelenke ins Spiel. Soll ein Objekt in eine Richtung verschoben werden, dann kann man die „Verbindung für lineare Bewegung verwenden“. Ein Zylinder mit Zylinderstange macht genau das. Wenn man etwas rotieren lassen möchte (Lüfter), dann verwendet man die „Verbindung für Drehbewegung“. Diese Verbindungen haben immer einen schaltbaren Motor, mit dem man die Bewegung steuern kann. Ebenso sind diese mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, welche mit Operanden ausgewertet werden können. Das Beeinflussen dieser Bewegungen ist ebenfalls auf vielfältige Weise möglich, sowohl mit analogen als auch mit binären Signalen.

Oft benötigt man Objekte (z.B. Flaschen, Kisten, …), die in einer Anlage in irgendeiner Weise verarbeitet werden. Mit Hilfe des sog. Creator kann man ein Objekt, welches als Mutterobjekt eingestellt ist, im RUN Modus duplizieren. So kann man z.B. ein Band mit Kisten versorgen. Das Gegenstück nennt sich Destroyer, welches die erzeugten Objekte wieder verschluckt. Ein Destroyer kann jedes Objekt sein. Hierzu muss man nur die Eigenschaft „Objekt ist ein Destroyer“ im Eigenschaftsfenster einschalten und die gewünschte ID einstellen (bzw. 0 für alle).

Wie der Name es andeutet, kann damit z.B. der Füllstand eines Behälters realisiert werden. Die Zu- und Abflüsse sind sowohl mit binären als auch mit digitalen Signalen ansteuerbar. Zahlreiche Sensoren ermöglichen die Auswertung des Füllstands.

Dynamische Objekte können mit Hilfe der „Verbindung zu einem Körper“ oder aber der Körper-Gruppe zu einem beliebigen zusammenhängenden Körper zusammengesetzt werden. Die Verbindung zu einem Körper kommt z.B. zum Einsatz, wenn man ein Objekt (oder mehrere Objekte) an der Kolbenstange eines Zylinders befestigen möchte. Oder aber man möchte ein Sieb bauen, mit den entsprechenden Lücken. Denn zwischen den einzelnen Objekten eines Körpers können sich auch Lücken befinden. Diese Möglichkeit, des Zusammensetzens von beliebigen Köpern, ist eine der Gründe, warum PLC-Lab so vielfältig einsetzbar ist.

Nach der Installation finden Sie in den eigenen Dokumenten den Ordner PLC-Lab-Editor Hier finden Sie zum einen Beispielprojekte und zum anderen im Ordner Items nützliche grafische Symbole: Flaschen, Kisten (hoch, flach), Bälle, usw.

Mit PLC-Lab kann eine virtuelle Anlage in 2D aufgebaut werden. Seien Sie kreativ und nutzen Sie die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Schauen Sie sich auch die Beispiele und Anleitungen im Handbuch (auf www.mhj-wiki.de) zu PLC-Lab an. Durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten macht es bei PLC-Lab keinen Sinn zu versuchen, eine Anlage mit dem Prinzip „Try and Error“ aufzubauen.

Wenn Sie mit PLC-Lab noch nicht vertraut sind, dann empfehlen wir Ihnen folgende Vorgehensweise:

  1. Bearbeitung des Abschnitts Hello World: Ein erstes Beispiel mit PLC-Lab .  Dabei bearbeiten Sie das Beispiel mit dem von Ihnen bevorzugten Device, also z.B. das Beispiel für PLCSim der S7-1500.
  2. Machen Sie sich mit den im Abschnitt Tipps zum Zeichnen einer Anlage beschriebenen, grundlegenden Bedienhandlungen beim Erstellen einer Anlage in PLC-Lab vertraut.
  3. Mit Hilfe des Abschnitts Die Objekte in PLC-Lab können Sie sich einen Überblick über die in PLC-Lab vorhandenen Objekte, deren Eigenschaften und somit den Möglichkeiten bei der Anlagenentwicklung mit PLC-Lab verschaffen.
  4. Im Abschnitt Videos zu PLC-Lab finden Sie zahlreiche Videos, welche den Aufbau von Anlagen für verschiedene Problemstellungen zeigen. Diese können auch als Übungen dienen, indem die dort vorgestellten Anordnungen nachgebaut werden.
  5. Zuletzt sind im Abschnitt Beispiele zu PLC-Lab die bei der Installation von PLC-Lab ebenfalls vorhanden Beispielanlagen beschrieben. Dabei werden deren Besonderheiten erwähnt und die bei den Anlagen verwendeten Objekte und Eigenschaften benannt.

Wenn Sie diese Punkte bearbeitet haben, dann besitzen Sie die Grundlagen für das Entwickeln eigener Anlagen in PLC-Lab. Die Zeit für das Bearbeiten der genannten Punkte ist gut investiert, denn mit den dabei erworbenen Kenntnissen, wird die Entwicklung der eigenen Anlagen sehr viel schneller gelingen. 

Hinweis zu PLC-Lab-Runtime: In den Büchern 'Step7-Workbook S7-1500/1200' und 'Grafcet-Workbook' ist die Software PLC-Lab Runtime enthalten. Mit PLC-Lab kann man die Beispielanlagen von diesen Büchern laden und verändern. Eine Datei, die mit PLC-Lab gespeichert worden ist, kann aber nicht mehr mit PLC-Lab Runtime geladen werden. In PLC-Lab sind neue Features enthalten, die in der Runtime Version nicht verfügbar sind. 

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